Strecken

Teilstrecke 1 – Heilenbecker Talsperre bis Meier am Külchen

Schönheit für Frühaufsteher

Wenn die Sonne so langsam aus ihrem Schlafe erwacht und der Morgentau die Blätter bedeckt, dann brechen die ersten Teilnehmer auf zum Ausgangspunkt zur ersten Route von  „Rund um Ennepetal“ auf. Ihr Ziel: die Heilenbecker Talsperre. Von 1894 bis 1896 erbaut, ist sie die älteste im südwestfälischen Raum und diente früher als Wasserreservoir für die Hammerwerke und Schleifkotten an der Heilenbecke. Heute sorgt die Talsperre jedoch nur noch für Trinkwasserversorgung. Entlang ihrem Ufer führt der Weg wenig später bergauf in Richtung Ebinghausen.

Durch die dort beheimatete bäuerliche Ansiedlung, hinein in den Wald, stößt man schließlich auf die B483 und erreicht binnen kürzester Zeit das erste Etappenziel „Am Schlagbaum“. Der Name deutet darauf hin, dass sich an dieser Stelle in früherer Zeit eine Zoll- und Kontrollstelle befand. Man sollte nun  erst einmal seinen Blick weit hinein ins Bergische Land gen Remscheid und Solingen schweifen lassen.

Getreu dem Motto dieser Route: Natur pur mit Weitblick! Bergab durch Wälder und Bachauen hat man später die Gaststätte „Spreeler Mühle“ vor Augen. Sie liegt am Spreeler Bach, der in seinem weiteren Verlauf im Ennepetaler Weiler Mühlenfeld in die Stauwurzel des Beyenburger Stausees (ein Aufstau der Wupper) mündet. Und eben dieser Stausee, der zum Schutz der Häuser des alten Beyenburg vor verheerenden Fluten angelegt wurde, ist ein weiteres Etappenziel dieser naturverbundenen Route. Entlang seinem Ufer erhascht man am Ende einen wahrlich atemberaubenden Ausblick auf das historische Fachwerkdorf. Der Ortskern von Beyenburg liegt nämlich in einer Schleife der Wupper und  wurde erstmals im Jahr 1303 als Beyenborch erwähnt. Ruhigen Schrittes sollte man nun die Fachwerkhäuser sowie den imposanten Dom auf sich wirken lassen – denn so spart man wichtige Reserven für den letzten Streckenabschnitt. Und eben dieser wird mit einem „steilen“ Aufstieg zum „Bilsteiner Kopf“ eingeleitet. Oben angekommen und zurückgewandt durch den Wald hinweg kann hierbei noch einmal der herrliche Ausblick auf den Beyenburger Stausee genossen werden, bevor es schließlich auf die letzten Meter geht.

Mit Blick auf den Ennepetaler Stadtteil Königsfeld, welcher ein Zentrum für medizinische Rehabilitation beheimatet, kann man dann nämlich aus der Ferne schon das Ziel dieser ersten Route erhaschen; die Gaststätte „Maier am Külchen“. Hier kann man sich erst einmal um seine Verpflegung kümmern und die Seele etwas baumeln lassen. Hier werden sich aber auch, wie schon im letzten Jahr, einige Mitwanderer verabschieden; doch neue stoßen hinzu. Denn bei „Maier am Külchen“ beginnt nun die zweite Teilstrecke von „Rund um Ennepetal“.

Teilstrecke 2 – Meier am Külchen bis Bahnhof Ennepetal

Drei Städte Tour Familiengerecht

Historisch geht es für die Teilnehmer beim EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag auf der zweiten Teilstrecke weiter. Sie führt nämlich von der Gaststätte „Maier am Külchen“ (Külchen 163) direkt zum Ennepetaler Bahnhof im Herzen der Stadt an der Kluterthöhle. Leichten Schrittes macht man sich auf über Wald- und Wiesenwege gen Schwelm. Dabei geht es jedoch das ein oder andere Mal bergauf und bergab. Vorbei führt der Weg am Industriegebiet Oelkinghausen, welches eingebettet in dieser wunderschönen Landschaft liegt. Dort haben besonders innovative Entwicklungs- und Fertigungsbetriebe ihre Heimat gefunden. Und durch die unmittelbare Anbindung an die Bundesstraße B7 wird jedem Unternehmen eine sehr gute Verknüpfung mit dem regionalen und überregionalen Straßennetz gewährleistet.

Vorbei an einigen Gärten führt der Weg weiter in Richtung Haus Martfeld, welches am östlichen Rand der Kreisstadt Schwelm liegt und aus einer mittelalterlichen kleinen Wasserburg hervorging. Seit 1962 dient das Haus der Unterbringung des regional- und stadtgeschichtlichen Museums, dessen bedeutende Bestände seit 1985 in einer über mehrere Stockwerke reichenden Schausammlung im Mittel- und Südflügel präsentiert werden. Inmitten eines Parks als beliebter Freizeitanlage mit Spiel- und Sportplätzen und Spazierwegen gelegen, bietet Haus Martfeld als kulturelle Begegnungsstätte zusammen mit der Gastronomie und der nahe gelegenen ehemaligen Kapelle der Freifrau Friederike von Elverfeldt vielfältigste Nutzungsmöglichkeiten in einem breiten Rahmenspektrum. Schon beim Gang durch die Parkanlage bekommen alle Teilnehmer die Historie des Ortes zu spüren, bevor sich schließlich das Helios Klinikum vor einem jeden auftut.

Nun heißt es für alle jedoch Nerven bewahren, denn ein Fast-Food-Restaurant, genauer gesagt – dass mit dem großen gelben M – kreuzt bei dieser Etappe den Weg in Richtung Reiterhof „Brunnenhof“. Über dessen Wiesen und Felder gelangt man schließlich auf dem Strückerberg; der Grenze von Schwelm und Gevelsberg. Hier eröffnet sich ein landschaftlicher Blick wie man ihn nur noch selten zu Gesicht bekommt. Ganz Gevelsberg und das dahinter liegende Ruhrgebiet liegen einem dabei quasi zu Füßen. Über den Strückerberger Höhenweg führt der Weg nun weiter durch herrliche Pferdewiesen gen Osten. Über den Mönninghof gelangt man schließlich am Ziel dieser zweiten Etappe: dem Ennepetaler Bahnhof. Als Kulturdenkmal erinnert er an die Eisenbahngeschichte. Das Gebäude ist eines der ganz wenigen, die noch erhalten und somit „Zeitzeugen” sind. Und damit dies auch so bleibt, hat sich ein Förderverein gegründet, der sich ausschließlich dem Bahnhofsgebäude widmet und dieses neu beleben möchte. Nach einer Stärkung an dieser historischen Stätte kann es dann weitergehen….

Oder haben Sie etwas schon genug?

Teilstrecke 3 – Bahnhof Ennepetal bis Hasperbach Ahlberg

Wald und Berge für Ambitionierte

Wer jetzt noch fit ist, der wird bei der bevorstehenden dritten Teilstrecke vielleicht etwas ins „Schwitzen“ kommen. Denn es geht, getreu dem Motto, auf und ab durch den Gevelsberger Stadtwald. Beginnend am Bahnhof führt der Weg direkt zum Kruiner Tunnel („kruin“ ist eine alte Flurbezeichnung und bedeutet wahrscheinlich „Krümmung“ – denn an dieser Stelle windet sich die Ennepe in einer engen Rechts-Links-Kurve durch das Tal), wo es eine Informationstafel zu bestaunen gibt, die interessante Hinweise zur Geschichte und zum Bau der Bergisch-Märkischen Eisenbahnstrecke liefert. Doch nun heißt es hinauf in die Höhe. Ein inzwischen gut begehbarer Weg führt bergan nach Meininghausen.

Von hier oben genießt man bei klarem Wetter einen herrlichen Ausblick in den nördlichen Ennepe-Ruhr-Kreis (Wetter/Herdecke) und ins Ruhrgebiet (Fernsehturm Dortmund, Ruhruniversität Bochum). Und wer genau hinschaut, der kann auch die Veltins Arena auf Schalke sehen. Blau und Weiss sind dort daheim! Interessant sind aber auch die vom Heimatverein Voerde aufgestellten Hinweisschilder, die wissenswerte Informationen zum Meininghauser Haferkasten (alter Kornspeicher) und einem nunmehr versandeten ehemaligen Flachsteich bieten. Bergauf und bergab durch Mischwald geht es schließlich zur Siedlung Jellinghausen, die zu einer ältesten unserer Gegend gehört und auf das 7. bis 8. Jahrhundert zurück greift.

Weiter über Störringen, Braband (Gut Braband Ökohof) bis hin zu den Häusern „Hinterer Vosswinkel“. Apropos Gut Braband: Der Naturland-Betrieb wird nunmehr in der vierten Generation betrieben und umfasst 30 ha Hochwald, 60 ha Grün- und Ackerland sowie 10 ha Weihnachtsbaumkulturen rund um den Hof. Die Bewirtschaftung von Gut Braband erfolgt nach zeitgemäßen modernen Prinzipien und wurde sogar vom Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft als Demonstrationsbetrieb des ökologischen Landbaus ausgezeichnet. Doch nun heißt es für alle Teilnehmer seine letzten Kräfte zusammen zu nehmen und den Endspurt antreten. Denn es geht steil bergab durch den Buntebach entlang am Hasperbach zum nächsten Verpflegungspunkt „Am Ahlberg“. Diese letzte Etappe entführt einen quasi zurück in die 80er- Jahre, als „Die Schwarzwaldklinik“ noch die Menschen mit ihren Geschichten und der traumhaften Landschaft rund um das Glottertal vor den Fernseher lockte. Warum aber in die Ferne reisen, wenn das Gute doch auch hier so nahe liegt. Denn beim durchqueren des Buntebach prägen steile Wiesen, eingesäumt von Wäldern, Kühen und einsamen Höfen, das Landschaftsbild. Und damit endet auch die dritte Teilstrecke und es beginnt die vierte.

Teilstrecke 4 – Hasperbach Ahlberg bis Peddenöde

Natur Pur mit Weitsicht

Eine Talsperre und ein Fjord – so könnte man die vierte Teilstrecke „Rund um Ennepetal“ bezeichnen. Denn was einen hier erwartet ist im wahrsten Sinne des Wortes einmalig. Vom tiefsten Punkt Ennepetals, dem Hasperbach (165 m) führt der Weg durch das große Kettelbachtal bergauf zum höchsten Punkt, dem Sportflugplatz „Wahl“. Ein langer Anstieg der über Waldwege und Waldpfade führt. Es war am 28. Dezember 1952 als, von dem zu Hagen gehörenden Sportflugplatz, das erste Segelflugzeug in die Lüfte stieg.

Von hier aus geht es schließlich wieder bergab. Auf diesem Teilstück der Strecke findet man Schlackehalden, die aus der Zeit der mittelalterlichen Eisengewinnung stammen. Bezeichnungen wie „Sinnerhoop“ oder „Schmiedestatt“ weisen besonders darauf hin. An solchen Stellen wurde rüher auf recht primitive Art und Weise heimisches Erz (Raseneisenstein) verhüttet. Als Etappenziel erwartet alle die Hasper Talsperre. Die im Jahre 1901–1904 nach Plänen von Otto Intze von der Stadt Haspe (heute Stadtteil von Hagen) zur Trinkwasserversorgung gebaut Talsperre ist eine von 14 Talsperren im Flusssystem der Ruhr. Die Einweihung fand am 11. Oktober 1904 statt. Die Staumauer der Hasper Talsperre ist eine gekrümmte Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk. Das gestaute Gewässer ist der Hasperbach. Als Vorbeckendient der Talsperre der Schöpplenberger Teich.

Bei der Querung der Sperrmauer erblickt man dann, etwas für Norweger typisches aber für den Ruhrpott doch eher ungewöhnlich, nämlich einen  Fjord mit waldgesäumten Buchten. Wunderschön und einzigartig! Weiter führt der Weg entlang des Talsperrenufers; von wo aus man dann ins Naturschutzgebiet Hasper Bach gelangt. Dieser wird an einer Stelle überquert, welche als „Wagenfurt“ bezeichnet wird. Große Steine sorgen allerdings dafür, dass die Wanderer auch bei höherem Wasserstand das andere Ufer trockenen Fußes erreichen. Nun steigt der Weg an bis Oberbauer. Etwas unterhalb erblickt man halbrechts den höchsten Punkt des Ennepetaler Stadtgebietes: Oberkotthausen. Hier wurde 2009 vom „Freistaat Oberbauer“ übrigens ein Gipfelkreuz errichtet. Bergab durch Waldwege und Bachauen kommt man wenig später an der Siedlung Kohlstadt vorbei und marschiert am Sieper Bach entlang in Richtung Peddenöde, dem Ziel dieser vierten Etappe. Unterwegsbietet sich übrigens noch die Möglichkeit einen Abstecher zur Finkenberger Mühle,einer inzwischen aufgegebenen alten Getreidemühle mit etlichen Fischteichen, zu machen.

Teilstrecke 5 – Peddenöde bis Heilenbecker Talsperre

Schlussspurt für Langschläfer

„Peddenöde“ bedeutet im übertragenen Sinne „sumpfiges Tal“. Und trotz des feuchten Untergrundes siedelten sich hier schon früh Menschen an. So wurden bereits im Jahre 1486 zwei Steuerpflichtige im Schatzbuch der Grafschaft Mark erwähnt. Heute befindet sich dort das Hauptwerk der Firma Alfred Thun. Die Unternehmensgruppe versorgt weltweit Zweiradhersteller mit Antriebs- und Lagerkomponenten. Und genau dort, auf dem Parkplatz der Firma Thun, startet die fünfte und letzte Teilstrecke von „Rund um Ennepetal“.

Oberhalb der Ennepe führt ein wunderschöner Waldpfad die Teilnehmer hinauf zum „Brauck“. Hier lagen früher die beiden Reckhämmer „Auf dem Braucke“, welche erstmals 1786 urkundlich erwähnt wurden. Und auch die Firma Thun nahm hier ihren Anfang, denn 1919 kaufte Alfred Thun sen. das Hammerwerk von den Gebrüdern Bröking und begann zunächst mit der Produktion von Schälmessern, später von Pflugscharen. Von dort geht es weiter über den Hof Niederhesterberg bis hin nach Ennepetal-Burg. Der sich dort befindliche Bauernhof ist wohl das älteste seit Jahrhunderten ununterbrochen bewohnte Haus an der Ennepe. Auch wenn es in einer Steuerliste der Grafen von der Mark geführt wurde, so hat hier, wie es der Name vielleicht vermuten lässt, niemals eine richtige Burg gestanden.

Strammen Schrittes führt die Route durch ein weites Wiesengeländebergauf und dann mit leichtem Gefälle durch einen Mischwald hinab an jene Stelle, an der sich früher einmal das Wasserwerk Ahlenbecke befand. Von diesem ist heute jedoch nichts mehr zu sehen. Da das Wasser der Ennepe-Talsperre heute im Wasserwerk der AVU „Am Rohland“ aufbereitet und von hier aus in die Hochbehälter bei Rüggeberg und Breckerfeld gepumpt wird.

Nun heißt es noch einmal alle Kräfte zusammen zu nehmen für einen letzten längeren Anstieg über Forstwege in Richtung Filde; vorbei am Einzelhaus „Hölken“ bis man letztendlich in die Ortschaft Herminghausen gelangt. Auf diesen Höhenwegen kann man einen traumhaften Ausblick auf Rüggeberg erhaschen und sogar bis weit nach Ennepetal-Homberge schauen. Nach all den „Strapazen“ wahrlich ein echtes Vergnügen. Denn nun ist man quasi am Ziel der fünften und letzten Teilstrecke. Ein Wanderweg, der früher eine stark befahrene Handelsstrasse war, führt die Aktiven hinab zur Staumauer der Heilenbecker Talsperre.

Dort wo in den frühen Morgenstunden alles begann, dort endet nun auch der EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag. Egal ob man nun alle fünf Teilstrecken absolviert hat oder nur ganz spezielle, die Landschaften rund um Ennepetal lassen das Herz eines jeden höher schlagen und führen einem Kultur, Historie und Vegetation vor Augen, die man so schnell nicht vergessen wird.